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 Tiger schlagen Köln mit 2:1 (0:1, 2:0, 0:0)
Mike Bales und seine Teufelskerle

In einem grandiosen Spiel vor grandioser Kulisse wachsen die Tiger erneut über sich hinaus
(we) Sein Statement zu diesem großartigen, sensationellen, wahnsinnigen Spiel begann Doug Mason mit einer Geschichte von früher. „Mein erstes Spiel in Straubing“, begann Kölns Trainer, „hab ich im November ’93 gesehen. Ich hatte einen Stehplatz. Ich weiß noch, wie schön das war. Ich vergesse das nie.“ Damals war Mason hier, um den Straubinger Spieler Guy Gudowsky zu beobachten und eventuell mitzunehmen. Diesmal war Mason hier, um nach Möglichkeit drei Punkte mitzunehmen. Doch daraus wurde nichts. Und trotzdem hat Mason diesen Abend am Pulverturm nicht bereut. „Heute war mein zweites Mal in Straubing. Und das vergesse ich auch nie. Es wird immer eine schöne Erinnerung sein. Bis auf das Ergebnis.“ Dieses Spiel wird nicht nur Doug Mason unvergesslich bleiben. Dieses Spiel der Straubing Tigers gegen die Kölner Haie hat gute Chancen auf Aufnahme in den Erinnerungsolymp von allen, die es live gesehen haben, und zwar auch wegen des Ergebnisses. Mit Köln kam die wohl bisher stärkste Mannschaft bisher an den Pulverturm, mit schnellen Spielern, nahezu perfekter Stocksicherheit und mit dem Drang nach vorne, mit offenem Visier. Diese Mannschaft haben die Straubing Tigers 2:1 (0:1, 2:0, 0:0) geschlagen und dabei einen Rückstand aufgeholt.
Was die Straubing Tigers gestern Abend geboten haben, an Leidenschaft, an Kampfkraft, Siegeswillen und an Disziplin, war eine Leistung, die das Publikum nahezu zum Wahnsinn trieb. In der 56. Minute erreichte die Phonzahl einen neuen Rekordwert. Das will etwas heißen in dieser an neuen Phon-Rekorden nicht armen Saison am Pulverturm. In der 56. Minute geriet Bales’ Schläger unter einen Kölner Schlittschuh, Bales stand sekundenlang mit halbiertem Handwerkszeug dem Kölner Sturmlauf gegenüber. Ein Haie-Stürmer tauchte am Torraum auf, doch irgendwie hat Mike Bales, der Teufelskerl, auch diesen Angriff abgewehrt, wie so viele beste und allerbeste Kölner Chancen schon zuvor.
An Mike Bales bissen die Haie sich die Zähne aus. „Wir werden einfach immer besser, und dann noch diese Fans im Rücken. Wahrscheinlich ist unser Publikum der Grund, warum wir auswärts keine Punkte holen, aber zuhause fast immer“, kommentierte der Teufelskerl selbst dieses Spiel, und er hat Recht. Straubing, ohne den verletzten Calvin Elfring und noch ohne den übermüdeten Nathan Barrett, bot eine Leistung, die außergewöhnlich war, und das Publikum ebenso „Ich wusste“, staunte Kölns Goalie Oliver Jonas, „dass das hiert ein Hexenkessel ist. Aber so krass hab ich mir das nicht vorgestellt. Das ist das beste Stadion der Liga.“ Und Siegtorschütze Markus Jocher staunte: „Dass es noch besser sein kann als gegen Ingolstadt, hätte ich nie geglaubt. Aber das war noch besser.“ In diesem Stadion scheint alles möglich für die Tiger. Selbst „dumme Strafzeiten“, die Erich Kühnhackl zuletzt in Nürnberg zu beklagen hatte, werden weggesteckt. Die Kölner Führung resultierte as einer solchen Strafzeit, als Straubing wegen zu vielen Spielern auf dem Eis dem vierten Kölner Powerplay erlag und Dave MacLlwain 69 Sekunden vor der ersten Pause den Puck im Straubinger Netz versenkte.
16 Schüsse hatten die Haie im ersten Abschnitt auf Bales abgefeuert, Straubing nur halb so viel auf Jonas. Im zweiten Drittel war es dann umgekehrt. Knackpunkt war nach Einschätzung Doug Masons die 31. Minute und eine Strafzeit gegen Kölns Jason Marshall, der damit nicht einverstanden war und aufgrund seines unhöflichen Protestes darüber hinaus mit einer Spieldauerstrafe bedacht wurde. „Das hat die Fans und ihre Mannschaft richtig aufgeweckt. Dass Straubing danach zwei Tore schoss, war verdient, und der Sieg auch.“ Denn dann dauerte es genau 13 Sekunden, bis Sepp Lehner schoss, und es stand 1:1. Danach wussten die Tiger, dass sie eine Chance hatten und nur fünf Minuten später machte ausgerechnet Markus Jocher das 2:1. „Ich hab einfach gedacht, ich zieh rein und probiers“, sagte Jocher zu dem Moment, als er den Puck von Thomas Wilhelm serviert bekommen hatte, „der Willi hat mich gut gesehen und dann bin ich einfach reingezogen“. Was die Tiger in dieser Phase boten, war das beste, was das Team in dieser Saison bisher gezeigt hat, und das bisher Gezeigte war ja schon nicht schlecht. Die von Erich Kühnhackl umgebaute Abwehr mit Matt Kinch bei Sepp Lehner und Markus Jocher bei Peter Casparsson bestand ihren Test hervorragend.
Im letzten Drittel stemmten die Tiger sich mit Leidenschaft gegen die Kölner Angriffe und hatten immer wieder Konterchancen. Dann begann der Kampf gegen die Uhr in einem Spiel, das nun neue Ausmaße an Dramatik annahm. Jedes Icing, jeder Befreiungsschlag wurde vom Publikum frenetisch bejubelt, die Blicke glitten immer öfter zwischen Eis und Uhr, und Schiedsrichter Rantala sah sich bei seinen umstrittenen Strafzeiten im letzten Drittel ohrenbetäubenden Pfeifkonzerten ausgesetzt. Allein in den letzten vier Minuten verhängte Schiri Rantala vier Minuten gegen Straubing, aber dazwischen auch eine gegen Köln. Mit aller Macht kämpften die Tiger in Unterzahl um den Sieg gegen die nun von allen Schlägern feuernden Kölner.
Die letzten 30 Sekunden drückte Köln verzweifelt mit einem zusätzlichen Feldspieler und Straubing hatte bei Befreiungsschlägen mehrmals das dritte Tor auf der Kelle. Es blieb beim 2:1-Sieg für das Team, das so voller Teufelskerle steckt und das mit so viel Leidenschaft gekämpft hatte, dass selbst Kölns Trainer fand, dass dieser Abend unvergesslich war

Straubing Tigers: Bales - Kinch, Lehner; Janke, Norgren; Jocher, Casparsson; - Severson, Lundbohm, Eklund; Trew, Gallant, Dunham; Retzer, Oswald, P. Abstreiter; Wilhelm, Mann, Kapzan;


Kölner Haie: Jonas - Marshall, Trygg; Lüdemann, Julien; Ankert, Renz - Adams, Boos, Tallaire; MacLlwain, Ciernik, Gogulla; Hospelt, Lindsay, Gavey; Furchner, Müller;


Tore: 0:1 (18:51) MacLlwain (Julien - 4:5), 1:1 (30:30) Lehner (5:4), 2:1 (35:22) Jocher (Wilhelm);


Strafminuten: Straubing 24; Köln 20 plus Spieldauerstrafe für Marshall;


Schiedsrichter: Rantala/Finnland (HSR);


Zuschauer: 5153.









Torreiches Derby bayrischer Großkatzen - Panther unterliegen Tigers mit 4:6

Augsburg, 18. August

Eine erste Standortbestimmung erwarteten die Anhänger der Augsburger Panther vom heutigen Abend, denn der Aufsteiger aus Straubing gehört zu den Mannschaften der DEL, gegen die man sich berechtigterweise Hoffnungen macht, auch während der Saison Punkte verbuchen zu können. Jetzt gab es bereits in der Vorbereitung die Möglichkeit, erste „Duftmarken“ setzen, was den Tigers deutlich besser gelang. Immerhin trifft man sich am Sonntag in Straubing erneut.

Sein Debüt in Reihen der Augsburger gab an diesem Abend Angreifer Shane Joseph, und um es vorweg zu nehmen, ein ziemlich gutes. Der Kanadier präsentierte sich sehr wendig und scheint über einen guten Schuss zu verfügen. Dafür reihte sich Yanick Dubé wegen einer Patellasehnen-Reizung bei den bereits Verletzten Kevin Bolibruck und Giulio Scandella ein. Ihre Teamkollegen versuchten von Beginn an für klare Verhältnisse zu sorgen, doch versteckten sich die Gäste keineswegs. Vielmehr gingen sie durch einen Sonntagsschuss ihres Kapitäns Sepp Lehner sogar in Führung, während die Panther ihre eigentlich zahlreicheren Chancen nicht nutzen konnten. Dafür überstanden sie eine doppelte Unterzahl ohne größere Probleme. Als die Tigers kurz darauf aber erneut mit zwei Mann mehr auf dem Eis war, machten sie es mit einem Treffer von Casparsson schon besser. Seinem Befreiungsschlag über die Bande hatten es die Hausherrn zu verdanken, dass sie vor der Pause noch den Anschluss schafften. Craig Darby schloss das Powerplay erfolgreich zum 1:2 ab.

Hätte nicht weiterhin fast ständig ein Panther auf der Strafbank gesessen – wobei die Entscheidungen des Schiedsrichters nicht immer nachvollziehbar waren – hätten sie den Gegner ganz gut im Griff haben können, doch so hatten es die Tigers nicht allzu schwer, ihren Vorsprung auszubauen. Gegen teilweise ob der Strafen frustriert und verunsichert wirkende Augsburger hatte das Spiel minutenlang den Charakter von Scheibenschießen. Eklund, Severson, Gallant und Jocher nutzten ihre Chancen konsequent aus, während die Hausherren selbst beste Möglichkeiten versiebten.

Zu Beginn des letzten Drittels wurde die Gangart auf beiden Seiten zunehmend härter, bis hin zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Jay Henderson und Christoffer Norgren. Der spielerischen Qualität war das natürlich nicht zuträglich. Dafür drehten die Panther den Spieß nun um, denn Roland Mayr, Manuel Kofler und Travis Brigley brachten die Hausherren wieder heran. Mit etwas mehr Zielwasser wäre noch der Ausgleich möglich gewesen, denn an Chancen mangelte es den Panthern nicht, doch so blieb es schließlich bei der – bedeutungslosen - ersten Derby-Niederlage. (mor)

Tore: (1:2 / 0:4 / 3:0)
0:1 (05:30) Lehner ( Galland )
0:2 (14:32) Casparsson ( Fox ) 5:3
1:2 (19:29) Darby ( Henderson ; Frenzel ) 5:4
1:3 (26:00) Eklund ( Kinch ; Fox ) 5:4
1:4 (29.44) Severson ( Gallant )
1:5 (31:04) Gallant ( Dunham ) 5:4
1:6 (31:30) Jocher ( Oswald ; Casparsson )
2:6 (46.36) Mayr (Fendt ; Buzas )
3:6 (50.00) Kofler (Fendt ; Damgaard ) 5:4
4:6 (52.07) Brigley (Buzas )

Zuschauer: 1619
Strafzeiten: Augsburger Panther 18 + 10 Frenzel, Mayr ; Straubing 20 + 10 Severson
Schiedsrichter: Aumüller, Ottobrunn







 Eishockey im Kopf, die Berge im Herzen

Mit Markus Jocher kommt ein Allrounder, der in DEL nur für Spitzenclubs aktiv war


Markus Jocher hat etwas geschafft, was bisher nur wenigen Eishockey-Spielern in Deutschland gelungen ist: dreimal deutscher Meister mit drei verschiedenen Vereinen zu werden. Und dabei ist er erst 27. Zudem kann der 1,76 Meter kleine und 75 Kilogramm leichte Verteidiger auch im Sturm eingesetzt werden. Und er ist Rechtsschütze – solche Spieler sind gefragt. Spätestens jetzt wird man hellhörig: drei Titel, die letzten fünf Jahre in Köln und Frankfurt bei Top-Teams unter Vertrag, hinten und vorne einsetzbar, mit 27 Jahren auf dem Höhepunkt seiner Karriere – was will so ein Spieler in Straubing, bei einem Aufsteiger? Die Antwort ist ganz einfach: „Ich wollte einfach wieder nach Bayern, einfach näher an zu Hause sein.“ Näher an zu Hause sein... Markus Jocher ist in Garmisch-Partenkirchen zu Hause, unter der Zugspitze. Wer hier aufgewachsen ist, der kommt nicht los von diesem Flecken Erde. Den zieht es immer wieder zurück. Zu den Wiesen, in die Wälder, in die Berge. „Ja, ich habe meine Wurzeln in Garmisch“, sagt er. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich nach meiner Karriere wieder nach Hause zurück komme.“ Wie so vieles im Leben von Markus Jocher ganz klar ist: Er ist zwar noch nicht verheiratet, aber sein Herz hat er längst verschenkt. Und er weiß schon lange, dass er einmal das Nähmaschinen-Geschäft führen wird, das seine Eltern aufgebaut haben. Das Rüstzeug dafür hat er sich in jungen Jahren mit Lehren als Einzelhandelskaufmann und Mechaniker erworben. Und nebenbei an seiner Eishockey-Karriere gearbeitet. In der Saison 97/98 gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft, in der Verteidigung des SC Riessersee, an der Seite von Sepp Lehner. „Ja, wir kennen uns ganz gut“, sagt Jocher mit einem Schmunzeln. Klar, zwei Garmischer, zwei Naturburschen, zwei Verteidiger. Seit vier Wochen sind die beiden im Olympiaeisstadion regelmäßig auf Eis. „Für mich ist das ganz wichtig“, sagt Jocher.
„ Ich habe mich letzte Saison schon nach elf Spielen schwer an der Schulter verletzt. Danach war die Saison für mich fast gelaufen. Ich kam nur noch dreimal zum Einsatz.“ Dafür gab es für ihn heuer keine Sommerpause. „Ich habe durchtrainiert.“ Keine Frage, Markus Jocher ist fit. Eine Grundvoraussetzung für einen Spieler wie ihn. Er muss kämpfen, in jedem Spiel von der ersten bis zur letzten Minute alles geben. Das einfache, klare Spiel ist seine Stärke. Technisch, spielerisch sind seine Fähigkeiten begrenzt, auch mit seinem Torriecher ist es nicht weit her. Fünf Tore in sieben DEL-Jahren sagen alles. Trotzdem ist Jocher ein gefragter Mann, gerade bei Spitzenteams. Er ist universell einsetzbar, er ist sich für keine Drecksarbeit zu schade und – ganz wichtig – er ist keiner, der sich beklagt. „Egal, wo mich der Trainer hinstellt, ich tue mein Bestes, ich gebe einfach alles, alles was ich habe. Mehr geht nicht.“ Darum ist ihm auch vor seiner neuen Aufgabe in Straubing nicht bange. „Angst kenne ich gar nicht. Das gibt es nicht für mich. Nicht auf dem Eis.“ Dass es aber eine neue Situation für ihn sein wird, ist ihm schon klar. Damals in Landshut und München oder zuletzt in Köln und Frankfurt sprach man in der Kabine vom Titelgewinn, war Jocher ein Ergänzungsspieler. Dort gaben Spieler wie McLlwain, Norris oder Lebeau den Ton an. In Straubing wird das anders sein, hier heißen die Führungsspieler Abstreiter und Oswald. Was für Jocher aber kein Nachteil ist: „Das sind absolute Charakterspieler. Die sind mit dem Herzen dabei. Die wissen, dass man Blut schwitzen muss, um in der DEL etwas zu reißen.“ Und solche Spieler braucht das Team, braucht Trainer Erich Kühnhackl. Mit dem hat Jocher schon 20010/2001 in Erding zusammen gearbeitet. „Ein guter Trainer. Sehr hart, aber immer fair.“ Der Trainer ist für Jocher kein Problem. Schlimmer wäre es, wenn er in seiner neuen Wohnung nur Straßen um sich hätte, viele Autos und jede Menge Beton. Die gibt es in Straubing nicht. Er wohnt in der Eichendorffstraße, hat viele Bäume um sich und nicht weit bis auf die Felder hinaus nach Alburg oder Aiterhofen. „Die Wohnung ist optimal“, freut sich Markus Jocher. „Hier kann man’s aushalten.“ Zumindest für neun Monate. Dann geht's wieder nach Hause. Unter die Zugspitze. In die Berge.

 

Markus Jocher vom Löwen zum Tiger: „ Ein Teamspieler wie aus dem Lehrbuch“

27-Jähriger kommt von den Frankfurt Lions – Gerangel um Ü25-Plätze


(wel) Die Kaderplanung bei den Straubing Tigers für die Saison 2006/07 schreitet weiter voran. Mit Stürmer Markus Jocher von den Frankfurt Lions konnten die Tigers am Freitag den dritten Neuzugang bekannt geben.
Jocher, gelernter Verteidiger, in den letzten Jahren aber als Stürmer eingesetzt und auch bei den Tigers so eingeplant (siehe auch Interview), ist 27 Jahre alt und verfügt in Landshut, München, Köln und Frankfurt über reichlich DEL-Erfahrung. Als reinen Defensiv-Stürmer möchte sich der gebürtige Münchner übrigens nicht bezeichnen, dabei erzielte er in den vergangenen fünf DEL-Spielzeiten gerade einmal fünf Tore.
Aber Jocher hat andere Vorzüge, wie Matthias Kittmann, Sportjournalist bei der „Frankfurter Rundschau“, weiß: „Er ist ein Teamspieler wie aus dem Lehrbuch. Fehlendes Talent gleicht er mit nimmermüdem Einsatz aus. Er ist immer gut gelaunt und arbeitet in jedem Training hart an sich. Einziges Manko eben: Er ist vor dem Tor zu ungefährlich.“ Der Kader der Tigers nimmt damit immer weiter Formen an, auch die Trainerfrage ist kurz vor der Entscheidung (siehe Extrabericht). Jocher, Peter Abstreiter und Günter Oswald sind als Neuzugänge fix, Tobias Abstreiter wird unterschreiben, wenn die DEL-Lizenz erteilt ist.
Mike Bales, Trevor Gallant und Aaron Fox aus dem alten Kader besitzen Verträge, wobei ein Verbleib von Fox noch offen ist. Auch eine Verpflichtung von Benjamin Barz (Nürnberg) ist wahrscheinlich, aus Bietigheim gibt es zudem das Gerücht, dass Tobias Artmeiter zu den Straubing Tigers zurückkehren soll.
Geht man davon aus, dass der Aufsteiger die elf pro Spiel erlaubten Ausländer auch einsetzen wird, dann sind eigentlich im Bereich der deutschen Spieler kaum noch Plätze frei. Auf dem Spielberichtsbogen dürfen nämlich maximal 18 Spieler aufgeführt werden, die älter als 25 Jahre sind (Stichtag: 1.1.81) oder Ausländer. Nimmt man die 11 Ausländer, dann dürfen noch sieben Deutsche über 25 auf dem Spielberichtsbogen stehen. Mit Jocher, Oswald und den beiden Abstreiters hätte man bereits vier, zudem gelten die Vertragsverlängerungen mit Lehner, Janke, Dunham als wahrscheinlich bis sicher, was die sieben Stellen bereits besetzen würde. Allerdings befindet sich auch noch Stefan Mann in der Warteschleife. Er wäre dann bereits Nummer acht und dann gilt es ja auch noch die Position des Ersatzkeepers zu besetzen.
Am sinnvollsten wäre es von daher, diese Position mit einem U25-Spieler zu besetzen, was aber nun nicht unbedingt zwingend passieren muss. Da dürfte der Kampf um die Stammplätze hart werden, denn sollten alle Spieler fit sein, dann droht manch erfahrenem Crack der überraschende Platz auf der Tribüne. Bereits in der kommenden Woche ist die Bekanntgabe weiterer Neuverpflichtungen und Vertragsverlängerungen geplant.

 

 

 

 

Der nächste Bayer für die Tigers

Ich bin ein brutaler Kämpfer“, sagt Allrounder Markus Jocher
Straubings Neuzugang im Interview


(mb) Bayerische Spieler für Straubing: Das ist das derzeitige Motto der Tigers. Mit dem 27-jährigen Angreifer Markus Jocher, in den vergangenen drei Jahren bei den Frankfurt Lions unter Vertrag, kommt ein gebürtiger Münchner und dreimaliger deutscher Meister nach Straubing. 2000 gewann er mit München, 2002 mit Köln und zuletzt 2004 mit den Lions den Titel. Jocher, dessen Vertrag sowohl für die DEL als auch für die 2. Liga gilt, freut sich darauf, in Zukunft wieder in seiner bayerischen Heimat spielen zu können.

Herr Jocher, wie kam der Kontakt mit Straubing zustande?
Jocher: „Der Kontakt lief über meinen Manager. Es gab auch Angebote von anderen DEL-Vereinen, aber ich wollte unbedingt wieder einmal bei einem bayerischen Verein spielen. Ich habe jetzt ziemlich lange bei nicht-bayerischen Clubs gespielt, war unter anderem drei Jahre in Frankfurt und davor zwei Jahre in Köln. Jetzt freut es mich, dass ich wieder in meiner Heimat spielen kann.“

Sie waren in der letzten Saison ziemlich lange an der Schulter verletzt. Belastet Sie das noch?
Jocher: „Die gesamte vergangene Saison war wirklich keine gute. Ich hatte vor meiner Schulterverletzung im November auch noch Probleme mit dem Sprunggelenk, aber mittlerweile ist wieder alles in Ordnung. Harter Körperkontakt und Checken gehen wieder. Als wir mit den Frankfurt Lions in der letzten Saison auf Japan-Reise waren, habe ich wieder mit dem Spielen begonnen und bin dann gegen Ende der DEL-Saison wieder ziemlich gut reingekommen. Aber ich habe natürlich jetzt auch noch im Sommer eine Menge Arbeit vor mir, denn nach einer so langen Verletzung muss man einfach mehr tun.“

Sie wurden in der Vergangenheit vom Verteidiger zum Stürmer umfunktioniert. Wann und wie kam dieser Wechsel zustande?
Jocher: „Ich habe schon in meinen beiden Jahren in Köln (Anm.: 2001- 2003) unter Hans Zach desöfteren Stürmer gespielt – in meinem ersten Jahr öfter als im zweiten. Unter Rich Chernomaz in Frankfurt hat sich das dann fortgesetzt. Ich habe ausgeholfen, wenn vorne einer gefehlt hat, aber zuletzt wurde ich eigentlich nur noch als Stürmer eingesetzt.“

Wie sind Sie in Straubing eingeplant?
Jocher: „Das hängt von unserem neuen Trainer ab, aber ich gehe davon aus, dass ich Stürmer spielen werde. Meine Aufgaben als Dritt- oder Viertreihen-Stürmer sind hartes Forechecking, frühzeitiges Stören der gegnerischen Spieler und so gut wie möglich zu verhindern, dass sie in unser Drittel kommen.“

Wie würden Sie Ihre eigenen Stärken beschreiben?
Jocher: „Ich bin ein brutaler Kämpfer, gehe hart auf den Körper. Ich versuche immer alles zu geben. Das Spiel ist für mich erst vorbei, wenn die 60 Minuten auf der Uhr abgelaufen sind.“

In Straubing geht man davon aus, dass eine Erteilung der DEL-Lizenz sehr wahrscheinlich ist. Welche Rolle können Sie mit den Tigers im Oberhaus spielen?
Jocher: „Natürlich wäre das Erreichen der Playoffs sensationell, aber ich denke, dass das ein Ziel ist, das man durchaus vor Augen haben kann. Wir werden eine konkurrenzfähige Mannschaft bekommen und versuchen, so gut es geht da mitzumischen. Am meisten freut es mich aber, dass bei einer Lizenzerteilung dann wieder eine bayerische Mannschaft mehr in der DEL ist, denn so viele waren ja da zuletzt nicht mehr.“

[Quelle: Straubinger Tagblatt vom 06.05.2006 / www.tigershockey.de]

 

 

 

Jocher geht nach Straubing

11.05.2006

Frankfurt (fnp) Nach dreijährigem Engagement für die Frankfurt Lions verlässt Stürmer Markus Jocher den Tabellen-Neunten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und wechselt zum DEL-Aufsteiger Straubing Tigers. Jocher erhielt von Lions-Manager Charly Fliegauf kein neues Vertragsangebot mehr, teilte der Club mit.

Jocher gehörte dem Team des deutscher Meisters von 2004 an, als die Lions erstmals den Titel holten.

 

 

 

 

Trennung von Markus Jocher

Der 28 Jahre alte kanadische Stürmer, der mit den Hamburg Freezers derzeit in der Play-off-Runde spielt, ist mit 23 Saisontoren bislang der zweitbeste Torschütze der Norddeutschen. In der DEL-Rangliste steht er damit auf Rang acht. Ulmer absolvierte 21 Spiele für die New York Rangers in der nordamerikanischen Profiliga NHL. Diese Verpflichtung könnte also ein Treffer für die Lions sein.

Eine kleine und unliebsame Überraschung dürfte für manchen Löwen-Fan die Trennung von Markus Jocher sein. Zwar konnte der 27 Jahre alte Bayer aufgrund einer Verletzung in dieser DEL-Saison nur selten spielen. Doch mit seinem unbändigen Einsatzwillen, der oft die Grenze des Erlaubten überschritt, war er der Liebling vieler Fans. Doch mit den neuen, viel strengeren Regeln kam er nie zurecht.

Ich habe keinen Bock, mir wie eine Ballerina ein Röckchen anzuziehen und ein Schauspieler auf Schlittschuhen zu werden“, kommentierte der Abwehrspieler das im Januar eingeführte Regelwerk. Das ist mit ein Grund dafür, daß sich Jocher nun nach einem neuen Arbeitgeber umschauen muß. „Beim Umbau unserer Mannschaft geht es auch darum, daß wir Spieler brauchen, die die neuen Regeln spielen können“, sagte Manager Fliegauf. Menschlich tue ihm die Trennung leid. „Markus verbreitet immer gute Laune in der Kabine. Er ist ein Pfundskerl.“ Aber nun kein Löwe mehr.